Bericht: Auftakt-Veranstaltung der Grevener Klimaschutz-Unternehmens-Initiative "Gemeinsam Zukunft gestalten"
Gemeinsam mit kleinen Schritten zu mehr Klimaschutz, der auch zur Sicherung des eigenen wirtschaftlichen Erfolges beiträgt - das war die Kernbotschaft der Veranstaltung am Donnerstag, 22. Januar 2026, die im Seminarraum der Carl Nolte Technik stattfand.
Der Einladung der Stadt Greven und der gfw zur Auftaktveranstaltung der Networking-Initiative “Gemeinsam Zukunft gestalten” folgten rund 50 Interessierte aus Grevener Unternehmen.
Nach der Begrüßung durch Dietrich Aden, Bürgermeister der Stadt Greven, folgte die kurzweilige Einführung ins Thema durch den Moderator Andreas Hübner (Gertec). Mit seinem rheinischen Humor und Erzählfreude machte er greifbar, warum Klimaschutz nichts ist, das wir auf “irgendwann einmal” verschieben dürfen. Und das aus ganz konkreten, gesund “egoistischen” Gründen: Wenn wir jetzt den Klimaschutz vernachlässigen, hat es negative wirtschaftliche Folgen. “Wenn ich das Klima wäre”, so Hübner, “würde ich da sagen: Ach, die Menschen haben gerade sooo viel zu tun … mit Krisen, Kriegen, … ich lass das mal mit den Dürren. Den Überschwemmungen …”. Leider nein. Das Klima nimmt auf unsere Belange keine Rücksicht, wir können aber unseren Teil dazu beitragen, uns auf die Folgen des Klimawandels einzustellen und ihn abzumildern. Mit kleinen Schritten.
Und diese kleinen Schritte sind es, die jeder privat und jede Firma unternehmen kann und sollte. Für viele Aktivitäten gibt es übrigens Fördergelder, auch das ist ein attraktiver Aspekt. Der Vortrag von Klaus Struffert, kaufmännischer Leiter der Nolte-Gruppe, zeigte viele Praxisbeispiele auf, die im Hause Nolte bereits umgesetzt werden. Eine Anregung, im eigenen Betrieb kreativ zu werden - und das durchaus zu eigenen Nutzen. Denn Umweltschutz ist auch Risikomanagement.
Diese Klimaschutz-Maßnahmen werden bei der carlnolte bereits umgesetzt
- Grundsätzliche Prozessoptimierung
- Abfallvermeidung (Reststücke aus der Kunststoff-Verarbeitung werden z. B. wieder der Prozesskette zugeführt)
- Angebot von Jobrädern
- Zentrale Absaugung in der Produktion (geringerer Geräuschpegel, weniger Wartung als dezentrale Lösung)
- PV-Anlage (mit 880 kWp eine der größten Anlagen Grevens)
- Energiemanagmentsystem (der Stromspitzenlastausgleich konnte heruntergefahren werden)
- Energiespeicher werden angeschafft (auch deren Dimensionierung ist durch das Energiemanagementsystem optimal zu gestalten)
- Heizungssteuerung (30 % Ersparnis konnten dadurch realisiert werden; Konzept und Umsetzung kamen aus dem eigenen Team)
- Umstellung auf LED-Lampen
- eLadestationen (14 weiter sind geordert sowie vollelektrische Firmenwagen)
- Ideenmanagement (Heben des Ideenpotentials des nolteteams - z. B. in Form der Verwertung alter Kartonagen als Verpackungsmaterial durch einen spezielle Stanze, dies spart fabrikneues Polstermaterial und den unnötigen Transport von Altkartonagen zur Wiederverwertung)
- Und vieles weitere - die erwähnten “kleinen Schritte”
Eine Diskussionsrunde mit Dietrich Aden, Lena Limann (Greiwing logistics for you & Wirtschaftsforum Greven), Bernd Büdding (gfw Greven) und Klaus Struffert beleuchtete das Thema Möglichkeiten des Klimaschutzes durch Unternehmen tiefer. Am Ende stand die Frage des Moderators: “Wenn ich jetzt hier 500.000 Euro in der Tasche hätte und Sie dürften diese für Maßnahmen ausgeben - was würden Sie tun?” Lena Limann und Klaus Struffert waren sich einige, dies wäre für den Schwerpunkt Ausbau der öffentlichen Verkehrsmittel gut angelegt. Bernd Büdding würde einen Wettbewerb ausrufen - ganz im Sinne der Intelligenz der Vielen. Abschließend stellte Diedrich Aden den Betrag in Relation zu dem, was die Stadt Greven aktuell in Maßnahmen wie Sanierungen etc. investiert (500.000 € im Vergleich dazu ein eher kleiner Betrag).
Ganz konnte das geplante Zeitfenster der Veranstaltung nicht gehalten werden, zu spannend waren die Themen und der Austausch. Nach weiteren Einblicken ins Thema in Sachen Unterstützungsangebote durch den energieland e.V., Informationen über den Stand im EU-Parlament folgte der Ausblick auf die weitere Planung der Initiative und der weiteren Treffen.
Der Betriebsrundgang durch die Unternehmen carlnolte und noltewerk rundeten die Veranstaltung ab. Denn selbst sehen und erleben ist immer der beste Zugang, die Leistungsfähigkeit und Vielseitigkeit im Bereich Großhandel, Dienstleistung und Produktion zu begreifen.



